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Mein Jakobsweg Teil V Leon - Santiago de Compostela
 

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20.05.2016 Kap Finisterre

Am Abend treffen wir uns in einer kleinen Bar auf einen Wein. Anton aus Fulda, 70 Jahre, den Harald unterwegs kennengelernt hat, kommt ebenfalls dazu. Nette Runde, aber aufgrund des Schlafmangels der vergangenen Nacht verabschiede ich mich um 22.00 Uhr. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen um gemeinsam zum Kap Finisterre zu gehen, sind nur knapp 2,5 km.Jeder hat ein Kleidungsstück zum Verbrennen mit dabei, so ist die Tradition . Fast schweigend gehen wir die letzten Kilometer, jeder in dem Bewusstsein, das der Camino damit heute sein Ende findet. Am Kap angekommen, geht jeder seines Weges und genießt den traumhaften Meeresblick. Jetzt wird einem klar, warum das hier das Ende der Welt genannt wird. Die Gedanken der letzten 3 Wochen, oder auch 5 Jahre gehen mir noch einmal durch den Kopf. Nachdem wir bei tollstem Wetter diese Ausblicke genießen konnten, kann man auch gut mit dem Camimo hier abschließen. An einem Kreuz ist eine Feuerstelle und so geht meine Wanderhose, die mich auf dem kompletten Camino begleitet hat, in Flammen auf. Die neuen Stöffchen brennen aber nicht so gut, aber in guter Gesellschaft von Socken, T-Shirts, Wanderschuhen und Kopfbedeckungen lodert das Feuerchen schön vor sich hin. Nachdem wir dort einige Stunden verbracht haben machen wir uns auf den Rückweg.In einer netten Bar in Finisterre beenden wir dann am späten Abend nach einigen 🍻🍷 🍹 offiziell unseren Camino.

21.5.16 09:37, kommentieren

17.05.-19.05.2016 Santiago de Compostela - Fisterra 93 km

In den 90er Jahren haben findige Spanier diesen Abschnitt an den Camino angehangen. Hier standen bestimmt wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, aber nichts destotrotz gut und clever gemacht! Dienstag morgen mache ich mich früh auf die Socken, möchte den Sonnenaufgang über Santiago sehen. Nach 2 km auf einer Anhöhe habe ich einen herrlichen Blick auf die Altstadt und die Kathedrale. Der Tag soll ziemlich warm werden, daher mache ich mich zügig auf den weiteren Weg. Immer wieder sind Anhöhen zu meistern und gegen Mittag erreiche ich Negreira nach 24 km und da habe ich dann auch meine Etappe beendet. Nun müssen die nächsten beiden Tage halt 35 km erledigt werden.....Am nächsten Morgen um 6.30 Uhr geht's auf die nächste Etappe bei diesigem Wetter, ab und zu Sprühregen, aber erträglichen Temperaturen um die 13 Grad. Die Temperaturschwankungen von einem auf den anderen Tag sind auch schon extrem. Für heute habe ich noch kein Quartier aber in dem Ort den ich als Etappenziel angepeilt habe gibt es 2 kleine Pensionen.Es geht wieder durch Eukalyptuswälder durch kleine nette Bergdörfer und über Feldwege. Hier oben wird nur Landwirtschaft betrieben, und natürlich Caminopilger bewirtet und übernachten lassen.In Olveiroa angekommen habe ich erstmal ein kleines Mittagessen zu mir genommen, anschließend die nette Bedienung gefragt ob für mich in der nebenliegenden Pension noch ein Zimmer frei ist. Reservado? No! Full! O.k.Ich habe ja noch eine Chance.....Aber auch hier ist der Dialog der gleiche.Irgendwie sollte ich auch auf dieser Etappe das komplette Pilgergefühl, also mit Albergue, bekommen. Ich sichere mir dann dort im Ort gleich einen Platz, war auch gut so. Die Pilger die am späten Nachmittag eintreffen, können gleich zum nächsten Ort weiterziehen, da hier alles Full ist!Also 22.00 Uhr Licht aus, 22.10 Uhr Konzert im Gange, fast nix gepennt und um 6.00 Uhr raus aus dem Schlafsaal, den ich mit 13 Pilger/innen geteilt habe.So, nun stehen die letzten 35 km an. Das Wetter ist das gleiche wie am Vortag, Nieselregen, Nebel, ca 13 Grad. Gegen Mittag komme ich in Cee an. Der Ort liegt direkt am Meer und ab da kommt die Sonne und es wird spürbar wärmer.Ich gehe aber ohne Pause weiter, die letzten 10 km stehen an. In Sardineiro, einem kleinen Ort kurz vor Fisterra liegt an einem schönen Strand eine kleine Bar. Zeit für ein Mittagsbier, also da hin. Biege dort ein, sitzt der Pilgerkollege Harald aus Stuttgart mit seiner Freundin da. Wir hatten uns für Fisterra am Abend verabredet. Kein Problem, es gibt viel zu erzählen.Neben Cerveza, Tortilla und anderen Kleinigkeiten vergeht die Zeit wie im Nu. Wir sehen uns trotzdem am Abend zum verabredeten Wino Tinto.Kurz vor Fisterra am langen Strandabschnitt Schuhe aus und die Füße ins Wasser.........geiles Gefühl!

21.5.16 09:05, kommentieren